Oberfränkischer
Jakobsweg Hof-Nürnberg > 2. Etappe
| Der
Oberfränkische Jakobsweg
Der Jakobsweg wird mir zum Symbol des eigenen Lebensweges: Ich bin ein Pilger. Ich bin unterwegs.
In
der kleinen Kapelle in Filshof und dann in Marktschorgast begegnen wir
dem Pilgerpatron Jakobus dem Älteren. Für mich als evangelischen
Christen ist er nicht ein Heiliger, den ich verehre, sondern Vorbild und
Symbol des Unterwegsseins. Wir sehen es an seiner Körperhaltung:
Der Blick in die Weite gerichtet – nach vorne auf den Weg, nach
oben zu Gott. Der rechte Fuß zum Gehen gewandt. Der Wanderstab,
der ihn stützt. Frisches Wasser in seiner Kalebasse. „Dem Wegsymbol begegnen wir in den Schriften des Alten und neuen Testaments sehr häufig, vor allem in seiner ethischen Bedeutung. Weisungen, Bekenntnisse und Haltungen fordern dazu auf, mit Gott und nach seinen Geboten zu wandeln. Für das Volk Israel ist jedoch bedeutsamer die Erfahrung, dass Jahwe ein Gott des Weges ist. Er offenbart sich immer wieder in Weggeschichten. Abraham z.B. zieht weg aus seinem Vaterland und sammelt in längerem Unterwegssein vielfältige Weg-Erfahrungen, die ihn und sein Verhältnis zu Gott verwandeln. Was hier von einem einzelnen erzählt wird, erlebte Israel im Auszug aus Ägypten und in vierzigjähriger Wüstenwanderung als ganzes Volk: Jahwe ist Befreier aus Knechtschaft und helfender Weggefährte. Weg-Erfahrung und Gottes-Erfahrung verbinden sich im Glauben untrennbar. Gott ist nur unterwegs erfahrbar. Jede Gotteserfahrung bringt Bewegung, löst Fesseln, führt in die Freiheit und verwandelt.“
Peter Müller, Wer aufbricht, kommt auch heim, Verlag am Eschbach, 3. Aufl. 1993, S. 17
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